DONAWITZ, ÖSTERREICH / EuroWire / – Österreichs Wandel hin zu einer kohlenstoffärmeren Industrie schreitet mit dem Bau des neuen Elektrolichtbogenofens von voestalpine in Donawitz voran. Das Werk ist eines von zwei großen Projekten zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion im Rahmen des Greentec-Stahlprogramms des Unternehmens. Die Anlage ist Teil des Übergangs von der kohleintensiven Hochofenproduktion hin zur elektrischen Stahlerzeugung mit Ökostrom. Sie trägt außerdem dazu bei, einen der wichtigsten Industriezweige Österreichs mit dem Ziel der Klimaneutralität des Landes bis 2040 zu verbinden.

Der Hochofen in Donawitz steht in der Steiermark, einer traditionsreichen Stahlregion, die hochwertigen Stahl für die Bahn-, Automobil- und Maschinenbauindustrie liefert. Ab 2027 wird der bestehende Standort um die Produktion von Elektrostahl erweitert. Laut voestalpine wird die Anlage in Donawitz nach Inbetriebnahme jährlich rund 850.000 Tonnen CO₂-reduzierten Stahl produzieren. Das Unternehmen errichtet außerdem einen größeren Elektrolichtbogenofen in Linz.
Elektrolichtbogenöfen schmelzen Stahlschrott und andere metallische Rohstoffe mithilfe von Strom anstatt hauptsächlich mit Koks und Kohle. Diese Umstellung kann die direkten Emissionen der Stahlproduktion reduzieren, wenn die Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Bei Donawitz wird der neue Ofen während der Übergangsphase parallel zum bestehenden Hochofenverfahren betrieben. Das Unternehmen gibt an, dass diese gemischte Anlage es ermöglicht, einen Hochofen bereits 2029 stillzulegen.
Die elektrische Stahlherstellung rückt in den Mittelpunkt der Produktion
Das Projekt Donawitz ist Teil eines 1,5 Milliarden Euro schweren Investitionspakets, das für die erste Phase der grünen Stahlproduktion genehmigt wurde. Die Hochöfen in Linz und Donawitz sollen ab 2027 jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl produzieren. Die beiden Standorte tragen maßgeblich zur österreichischen Stahlproduktion bei. Ihre Umstellung ist eines der größten industriellen Klimaschutzprogramme des Landes.
Die erste Phase zielt darauf ab, die direkten CO₂-Emissionen von voestalpine bis 2029 im Vergleich zu 2019 um rund 30 % zu senken. Das Unternehmen gibt an, dass dies einer jährlichen CO₂-Einsparung von fast 4 Millionen Tonnen entspricht. Die Reduzierung repräsentiert zudem etwa 5 % der gesamten jährlichen Emissionen Österreichs. Damit zählt das Projekt zu den bedeutendsten Klimaschutzmaßnahmen des Privatsektors in Österreich.
Österreich verknüpft Stahlindustrie mit Klimaziel 2040
Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Die Schwerindustrie spielt dabei weiterhin eine zentrale Rolle, da die Stahlherstellung hohe Temperaturen und einen hohen Energieaufwand erfordert. Der Hochofen in Donawitz beendet die Hochofenproduktion am Standort nicht von selbst. Er leitet vielmehr einen stufenweisen Wandel ein, in dem die Stromerzeugung eine größere Rolle in der Stahlproduktion spielt, während ältere, kohlebefeuerte Anlagen stillgelegt werden.
Danieli liefert die Technologie für den Elektrolichtbogenofen in Donawitz, während der Ofen in Linz den zweiten Teil desselben ersten Programmabschnitts bildet. Der Gesamtplan sichert die Stahlproduktion in Österreich und senkt gleichzeitig die Emissionen einer der am schwierigsten zu deeskalierenden Branchen. voestalpine hat sich zudem das Ziel gesetzt, bis 2050 in der Stahlproduktion Netto-Null-CO₂-Emissionen zu erreichen.
Der Beitrag „Voestalpine Elektroofen stärkt Österreichs grünen Stahl“ erschien zuerst auf London Dawn .
