GENF, SCHWEIZ / EuroWire / – Im Rahmen des ersten Globalen Dialogs der Vereinten Nationen zur KI-Governance in Genf hat sich eine neue Koalition für Kinderrechte im Zeitalter der KI herausgebildet. Spanien kündigte die Initiative an, als sich Regierungsvertreter, Vertreter der Zivilgesellschaft, Experten und Branchenvertreter trafen, um über globale Regeln für künstliche Intelligenz zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Sicherheit, Zugang, Rechenschaftspflicht und Menschenrechte angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI-Werkzeugen in Schulen, Haushalten, sozialen Plattformen und Online-Diensten, die von Kindern genutzt werden.

Die Koalition strebt gemeinsame Prinzipien für KI-Systeme an, die die Sicherheit, den Datenschutz, das Lernen und die Entwicklung von Kindern betreffen. Spanien erklärte, die Initiative werde im Rahmen der Vereinten Nationen erfolgen. Frankreich, Kenia und die Europäische Kommission unterstützten den Start der Initiative laut offiziellen Mitteilungen. Die Initiative erweitert die breitere Debatte um die Regulierung von KI um den Aspekt der Kinderrechte. Bisher standen dabei häufig Sicherheit, Arbeitsmärkte, Wettbewerb und nationale Kapazitäten im Mittelpunkt.
Das Treffen in Genf lenkte die Aufmerksamkeit auf das rasante Wachstum der KI-Nutzung bei Kindern. UNICEF erklärte, Kinder würden in mehreren untersuchten Märkten KI-Tools schneller adaptieren als Erwachsene. Die Organisation forderte zudem, dass Kinderschutz, Inklusion, Transparenz und Rechenschaftspflicht die KI-Politik leiten sollten. Kinderrechtsgruppen äußerten Bedenken hinsichtlich schädlicher Inhalte, Deepfakes, Datennutzung, personalisierter Werbung und KI-Systemen, die ohne klare Schutzmaßnahmen mit Kindern interagieren.
Kindersicherheit fließt in die KI-Politik ein
UN-Generalsekretär António Guterres nutzte die Eröffnung des Dialogs, um kinderspezifische Schutzmaßnahmen in KI-Systemen zu fordern. Er mahnte zu Sicherheitsprüfungen, bevor Unternehmen KI-Produkte für Kinder zugänglich machen. Zudem forderte er ein entschiedenes Vorgehen gegen KI-generierte Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch. Das Treffen der Vereinten Nationen zielte nicht auf die Verabschiedung eines Vertrags ab. Es brachte Regierungen und Interessengruppen zusammen, um Prinzipien, Risiken und gemeinsame Kontrollinstrumente zu erörtern.
Eine separate Erklärung der Zivilgesellschaft, koordiniert von der 5Rights Foundation, forderte Regierungen auf, Sicherheitstests für KI-Systeme, die von Kindern genutzt werden, vorzuschreiben. Die Erklärung erhielt Unterstützung von über 100 Organisationen und Experten. Zu ihren Empfehlungen gehörten eine stärkere Verantwortung der Unternehmen, Beschränkungen für manipulative Softwareentwicklung und der Schutz von Bildern, Stimmen, biometrischen Daten, Bildungsdaten und Verhaltensdaten von Kindern. Die Gruppen betonten, dass die bestehenden Verpflichtungen zum Schutz der Kinderrechte auch für die Regulierung von KI gelten sollten.
Die Regierungsgespräche werden in Genf ausgeweitet
Der Globale Dialog zur KI- Governance knüpft an die Verpflichtungen des Globalen Digitalpakts an. Dieser Pakt fordert eine offene, sichere und inklusive digitale Zukunft. Der Dialog bietet allen Regierungen ein Forum, um KI-Regeln, Kapazitätslücken, Menschenrechte und Aufsicht zu erörtern. Auf der Genfer Tagung wurde zudem die Arbeit eines unabhängigen wissenschaftlichen Expertengremiums zum Thema KI geprüft. Dieses Gremium untersuchte sowohl die Vorteile als auch die Risiken fortschrittlicher Systeme.
Die Koalition stellt Kinder in den Mittelpunkt eines Teils ihrer Agenda. Ihre Gründung spiegelte den wachsenden Fokus auf die Auswirkungen von KI auf Bildung, Online-Sicherheit, Datenschutz und kindliche Entwicklung wider. Das Thema steht nun im Zusammenhang mit umfassenderen Fragen zum Zugang zu Rechenleistung, zur digitalen Kluft und zur menschlichen Kontrolle über automatisierte Systeme. Die Genfer Gespräche boten Regierungen und Kinderrechtsaktivisten ein gemeinsames Forum, um Bedenken und politische Prioritäten darzulegen.
Der Beitrag „UN-Koalition stellt Kinderrechte in den Mittelpunkt der KI-Politik“ erschien zuerst in der Ireland Sun.
